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KUKA verkaufen


09.07.2009
Bankhaus Lampe

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Gordon Schönell, stuft die KUKA-Aktie (ISIN DE0006204407 / WKN 620440) weiterhin mit "verkaufen" ein.

Zum ersten Quartal habe der Auftragseingang um 47,1% unter dem Niveau des Vorjahresquartals gelegen. Damit habe sich dieser schwächer als im Branchendurchschnitt gezeigt. Der VDMA habe ein Minus von 45% ermittelt. Die Umsätze seien um 19,9% zurückgegangen. Das EBIT habe bei 0,2 Mio. EUR gelegen. Für die Monate April und Mai habe sich der Auftragseingang für den VDMA-Fachzweig Robotik und Automation in einer nochmals deutlich schwächeren Verfassung gezeigt (Orderminus: -66% beziehungsweise -60%). Man denke aber, dass KUKA sich diesem Trend zumindest teilweise durch einige Schlüsselaufträge aus der General Industry habe entziehen können.

Positiven Newsflow habe es zu den Problemen in den USA gegeben. KUKA habe verlauten lassen, dass keine Zahlungsausfälle mehr erwartet würden und die Produktion der Tochtergesellschaft KTPO wieder angelaufen sei. Zuletzt habe die Gesellschaft weitere Kosteneinsparungen angekündigt. Mit näheren Informationen rechne man zu den Q2-Zahlen. Ziel (keine Guidance) sei es unverändert operativ (wenn keine Restrukturierungsaufwendungen) ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen. Man schließe aber nicht aus, dass in diesem Zusammenhang Aufwendungen im mittleren einstelligen Millionen-Bereich anfallen würden.


Das Management habe die Risiken aus dem USA-Engagement in den Griff bekommen (möglicher Zahlungsausfall; Impairment-Risiko KTPO). Bezüglich einer Übernahmefantasie entschließe sich möglicherweise Grenzebach seinen Anteil zu erhöhen und dann ein Übernahmeangebot zu unterbreiten. Der Umsatzanteil mit der Automobilindustrie werde in Zukunft zurückgefahren; mittelfristig (drei bis fünf Jahre) werde ein Verhältnis von 50 zu 50 angestrebt.

Es würden neue Absatzmärkte entstehen, zum Beispiel die Flugzeugindustrie, in denen Roboterlösungen bisher nur in einem geringen Maß genutzt würden. Die ersten Stimmungsbarometer in der Wirtschaft würden leichte Verbesserungen auf einem niedrigen Niveau zeigen. KUKA sehe erste Zeichen der Belebung im Robotergeschäft und beim Anlagenbau. Die japanischen Wettbewerber würden unter dem starken Japanischen Yen leiden. Das Kapitalmarktumfeld zeige sich zuletzt sehr positiv, um die Eigenkapitalbasis zu stärken (etwa 25% EK-Quote bei KUKA).

Die fundamentalen Daten seien in beiden Geschäftszweigen unverändert schwach. Diskussionen um das Verhältnis zwischen den beiden Großaktionären und KUKA würden andauern. Das Unternehmen habe ein hohes Exposure in der Automobilindustrie und das Kostensenkungsprogramm müsse ausgeweitet werden, so dass Restrukturierungsaufwendungen die Ertragskraft schwächen könnten. Der Preisdruck in der Industrie sei ein weiterer Belastungsfaktor und das Produktionsniveau im Maschinen- und Anlagenbau werde Jahre brauchen, um das Niveau aus 2007/2008 wieder zu erreichen (BHLe: vier bis fünf Jahre).

Im Peer-Group-Vergleich mit anderen deutschen Maschinenbauern erscheine den Analysten die Aktie sowohl mit Blick auf das Verhältnis EV/Umsatz als auch insbesondere Kurs/Buchwert (1,2 vs. 0,7) unverändert überbewertet. Auch ihr DCF-Modell signalisiere ihnen eine Überbewertung.

Deshalb stufen die Analysten vom Bankhaus Lampe die Aktie von KUKA, trotz zuletzt positiver Nachrichten aus den USA, unverändert mit "verkaufen" ein. Das Kursziel sehe man weiterhin bei 7,50 EUR. (Analyse vom 09.07.2009) (09.07.2009/ac/a/d)




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